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AQUARELLPAPIER - WAS IST DAS BESTE PAPIER?

Welches Aquarellpapier ist am Besten zum Aquarellmalen geeignet? Ich erkläre alles, was man wissen muss, um das perfekte Aquarellpapier zu finden!

Aquarellpapier Auswahl

Inhaltsverzeichnis

Warum braucht es extra Aquarellpapier?

Vorweg: Aquarellpapier ist teurer als herkömmliches Papier. Aber es ist eine sinnvolle und wichtige Investition, denn normales Papier ist viel zu dünn und nicht saugfähig genug zum Aquarellmalen. Daher würde es sehr eindimensionale Bilder hervorbringen oder aber stark wellen, Pfützen bilden und reißen. Aquarellpapier dagegen hält dem ganzen Wasser stand.

Welches Aquarellpapier - Wie finde ich für mich das richtige Aquarellpapier?

Aquarell steht und fällt mit dem Papier! Denn ohne gutes Aquarellpapier wirst du kein gutes Aquarellbild zustande bekommen. Daher erkläre ich in den folgenden Absätzen, wie du für dich das richtige Papier finden kannst.

Welche Körnung sollte das Aquarellpapier haben?

Es gibt Aquarellpapiere in verschiedenen Beschaffenheiten, von satinfein bis grob gekörnt. Man unterscheidet folgende Kategorien: 

Satiniert (Glatt, Hot Pressed): nimmt wenig Wasser auf, gut für Detailzeichnungen und feine Motive, Farben strahlen sehr intensiv, für Nass in Nass weniger geeignet 

Grobkorn (grob rau, rau): starke Körnung, eignet sich also gut für Arbeiten, bei denen die Körnung als Effekt genutzt wird. Flächen können gut gemalt werden, auch für extreme Nass in Nass Technik geeignet.  

Torchon: grobe Leinenstruktur, Farbe verläuft viel stärker als bei anderen Papieren. Spannende Effekte sind damit realisierbar, aber auch schwieriger zu beherrschen als normale Papiere. Daher tendenziell eher für fortgeschrittene Maler zu empfehlen. 

Feinkorn (Fein rau, matt, Cold Pressed): nimmt etwas mehr Wasser auf, ohne dass die Struktur des Papiers zu dominant sichtbar wird. Aus meiner Sicht die goldene Mitte. 

Sehr rau, extra rau: besonders raue Körnung, ähnliche Eigenschaften wie das Grobkorn, aber verstärkt. Hier wird fast ausschließlich die Nass in Nass Technik verwendet.

Empfehlung

Anfänger: Mattes Papier
Je nach Stil: je realistischer, feiner und detaillierter, desto weniger Struktur. Je feuchter oder großflächiger gemalt werden soll, desto eher rauere Papiere.

Welche Größe sollte das Aquarellpapier haben?

Auch hier entscheidet wieder der individuelle Zeichenstil. Aquarellpapier gibt es in den verschiedensten Formaten.  Besonders schön finde ich Aquarellpapier im Postkartenformat. Darauf kann man tolle Grußkarten malen und muss sie nicht mehr selbst ausschneiden. Erfahrungsgemäß werden für Aquarell selten besonders große Formate gewählt. Da man beim Aquarellmalen schnell arbeiten muss, damit die Farbe nicht eintrocknet, finde ich es schwieriger, ein großes Format damit zu befüllen. Ich würde auch dazu neigen, zu sagen: je grober die Papierstruktur, desto sinnvoller ist ein größeres Format. Da grobe Papierstrukturen Wasser besser aufnehmen, kann man damit großflächiger malen. 

Empfehlung

Für Anfänger Aquarellpapier in Din A5, Din A4 oder Din A3.
Im Zweifel lieber ein größeres Format benutzen, man kann es dann auch in kleinere Blätter zerschneiden. 

Welche Dicke oder Grammatur sollte das Aquarellpapier haben?

Hier muss man ganz klar sagen: auf gar keinen Fall zu dünn. Das Papier sollte mindestens 200 Gramm stark sein. Die Grammzahl wird übrigens genau genommen pro Quadratmeter angegeben, also 200 gr/m². Das dickste Aquarellpapier, das ich bis jetzt gesehen habe, hatte 600 Gramm. Auch hier ist es wieder eine Geschmackssache und Stilfrage, insbesondere mit wie viel Wasser du arbeitest. Ich würde mich hier im Mittelfeld einschätzen und nehme am Liebsten Papier mit 300 – 400 Gramm. Dickere Aquarellpapiere würde ich nur anraten, wenn man schon viel Erfahrung hat, und tatsächlich weiß, dass man so ein dickes Papier benötigt. Denn natürlich ist das Papier teurer, je dicker es ist. Übrigens nennt man die Dicke des Papiers „Grammatur.

Empfehlung

Starte mit 250 g/m² und wählte dickeres Papier sobald du merkst dass sich dieses bei deinem Stil zu stark wellt.

Aquarellblock oder lose Aquarellblätter?

Ob man einen Aquarellblock oder lieber einzelne Blätter kauft, ist Geschmackssache. Wichtig ist, dass einzelne Blätter in der Regel auf einem flachen Untergrund fixiert werden sollten, damit sie sich beim Malen nicht zu stark wölben. Das kann man leicht mit Maskiertape oder Malerkrepp tun. Rundum verleimte Blöcke weisen hier den Vorteil auf, dass diese durch ihre Verleimung bereits fixiert sind, sodass man sich diesen Arbeitsschritt sparen kann. Deswegen benutze ich selbst immer Blöcke. Wenn ihr aber oft zwischen unfertigen Motiven hin und her wechselt oder zum Beispiel oft unterwegs malt und dorthin nicht immer einen ganzen Block mitnehmen wollt – dann eignen sich lose Blätter oder einseitig verleimte Blöcke besser.  

Empfehlung

Im Zweifel greift erst mal zum rundum verleimten Block. Denn auch hiervon kann man natürlich immer bei Bedarf einzelne Blätter abmachen. 

Was kostet Aquarellpapier?

Der Preis von Aquarellpapier wird davon beeinflusst, welche Qualität es besitzt, welche Körnung, wie dick es ist, wie groß es ist und wie viel Blatt es enthält. Ein durchschnittlicher Aquarellblock in einer akzeptablen Qualität kostet meiner Erfahrung nach meistens zwischen 15 – 40 Euro. Besonders große Formate können aber auch schon mal um die 50 Euro kosten. 

Wie erkenne ich qualitatives Aquarellpapier?

Das Papier sollte auf jeden Fall deutlich dicker und etwas rauer als normales Papier sein. Nur damit kann man die Eigenschaften von Aquarell sinnvoll nutzen. Aquarellpapier sollte zudem säurefrei sein und eine gewisse Saugfähigkeit aufweisen. Oft bieten Hersteller von Aquarellpapier auch verschiedene Qualitätsstufen an, die sich anhand ihrer Saugfähigkeit und ihrer Alterungsbeständigkeit unterscheiden. Meistens wird zwischen Studienqualität (oft „Akademie“ genannt) und Künstlerqualität (oft „Professional“ genannt) unterschieden. Für Übungen, Studien und erste Versuche reicht die Studienqualität von guten Papiererstellern definitiv aus. 

Aquarellpapier Vergleich: Aquarellpapier im Test!

Warum du echtes Aquarellpapier brauchst und welches sich für dich eignet? Ich habe den Test gewagt und auf fünf verschiedene Papiere die gleichen Motive gemalt. Ein Motiv habe ich in der Nass in Nass Technik gemalt, um zu testen, wie gut die Papiere mit Wasser klar kommen. Beim zweiten Motive teste ich vor allem die Strahlkraft und die Kontrolle, die man auf dem Papier hat. Hier sind meine Ergebnisse!

Die Verlierer: normale Papiere

Normales Papier für Aquarell

Normales Zeichenpapier: völlig ungeeignet für Aquarell!

Das Wasser steht auf dem Papier und es wellt sich direkt. Ich kann die Farben auf dem Papier kaum hin und her schieben, sodass keine Korrekturen oder Farbverläufe möglich sind. Da ich kaum Wasser verwenden kann, sind intensive Farben nicht realisierbar. Daher: von normalem Drucker-Papier  oder dünnem Malpapier solltest du absolut absehen!

Mixed Media Papier für Aquarell

Mixed Media Papier: maximal als günstiges Übungspapier gut

Auch dieses Papier ist kein spezielles Aquarellpapier. Jedoch hat es 150 gr und hat etwas Struktur, sodass es sich zum Aquarellmalen doch etwas besser eignet, als das ganz dünne Papier. Ich kann auch Nass in Nass malen, wenn es nicht zu feucht wird. Es raut sich jedoch schnell auf, wenn man öfter über die gleiche Stelle streicht und neigt dazu, sich zu wellen. Es reicht aus meiner Sicht für eher trockene Maltechniken!

Drei verschiedene Aquarellpapiere im Vergleich

Satiniertes Papier: für feine Illustrationen und Lettering

Aquarellpapier satiniert

Auf dem satinierten Papier bleibt bei der Nass in Nass Technik das Wasser ziemlich auf dem Papier stehen. Einen schönen Farbverlauf zu malen fällt mir hier schwer. Es geht, aber ich halte das satinierte Papier nicht besonders für nasse Maltechniken geeignet.

Papier für Aquarell satiniert

Die Farben leuchten auf dem Papier sehr schön. Da das Blatt keine Struktur hat, kann ich feinste Details malen. Nass auf Trocken Techniken funktionieren reibungslos und trocknen zu interessanten Mustern. Jedoch fühlt es sich mit dem Pinsel etwas rutschig an beim Malen – ist aber sicherlich Geschmackssache! Ich kann mir das Papier gut für Aquarell-Lettering vorstellen oder für Motive, bei denen man noch mit Stift Details oder Buchstaben ergänzt.

Feinkorn: Allrounder und mein Liebling!

Aquarellpapier matt

Das Cold Pressed Papier nimmt das Wasser angenehm auf und verzeiht Korrekturen. Ich kann mit den Farben auf dem Papier spielen. Im trockenen Zustand fällt die Struktur des Papiers kaum auf.

Aquarellpapier feinkorn

Auch hier kann ich Details entspannt malen und fühle mich etwas freier in meiner Maltechnik im Vergleich zum satinierten Papier.  Durch die Struktur kann ich gut Effekte mit der Trocken auf Trocken Technik ergänzen. Jedoch kann ich die Farbe hier nicht ganz so konzentrieren. Farbverläufe und Schraffuren funktionieren einwandfrei.

Raues Papier: Interessant und speziell

Aquarellpapier rau

Das raue Papier nimmt das Wasser gut auf, sodass ich hier mehr Wasser benutze als bei den anderen Papieren. Ich kann die Farben schön intensivieren und auf dem Papier hin und her schieben. Beim Trocknen fällt die Struktur des Blatts deutlich auf.

Papier für Aquarell Torchon

Auch bei Nass auf Trocken Techniken scheint die Farbe auf dem Papier etwas zu verlaufen, das Wasser ist schnell aufgesogen. Ich kann hier weniger feine Details zeichnen und die Ränder des Motivs verschwimmen leicht. Ich kann hier auch Farbverläufe malen, muss aber mehr Wasser benutzen, um die Farbe besser zu verteilen. Auch hier ist die Struktur des Papiers deutlich sichtbar.

Welches ist das beste Aquarellpapier? Meine Empfehlung!

Was das beste Aquarellpapier ist, ist definitiv Geschmackssache. Meine Empfehlungen wen ihr noch nicht wisst, was für euch persönlich das beste Aquarellpapier ist:

  • Min. 200 gr / m² 
  • Rundum verleimter Block 
  • Mittlere Körnung 
  • Mittleres Format (z.B. DinA 4) 
  • Säurefrei 
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